Wie funktioniert die Börse? Alles was Einsteiger wissen müssen
Was ist eine Börse?
Eine Börse ist ein organisierter Marktplatz, an dem Wertpapiere wie Aktien, Anleihen und ETFs gehandelt werden. Käufer und Verkäufer treffen hier zusammen, um Preise zu ermitteln und Transaktionen abzuwickeln. Anders als beim Kauf auf einem Flohmarkt läuft dieser Prozess heutzutage vollständig elektronisch und in Millisekunden ab.
In Deutschland ist die wichtigste Handelsplattform Xetra, betrieben von der Deutschen Börse in Frankfurt. Xetra wickelt den Großteil des deutschen Aktienhandels ab und gilt als Referenzmarkt für DAX-Kurse. International dominieren die NYSE (New York Stock Exchange) und die NASDAQ das Geschehen — Letztere ist besonders bekannt für Technologieunternehmen wie Apple, Microsoft und Alphabet.
Was ist eine Aktie?
Eine Aktie verbrieft einen Eigentumsanteil an einem Unternehmen. Wer eine Aktie von SAP hält, ist damit auch Miteigentümer von SAP — wenn auch mit einem winzigen Anteil. Als Aktionär profitiert man auf zwei Wegen: durch Kurssteigerungen (der Preis der Aktie steigt) und durch Dividenden (Gewinnausschüttungen des Unternehmens).
Unternehmen geben Aktien aus, um Kapital zu beschaffen, ohne Schulden aufnehmen zu müssen. Beim Börsengang (IPO) werden Aktien erstmals öffentlich angeboten. Danach werden sie im sogenannten Sekundärmarkt zwischen Investoren gehandelt.
Wie funktioniert Kauf und Verkauf?
Im modernen Aktienhandel spielen Market Maker eine zentrale Rolle. Sie stellen kontinuierlich Kauf- und Verkaufspreise bereit, damit Anleger jederzeit handeln können. Dabei entstehen zwei Preise:
- Bid (Geldkurs): Der Preis, zu dem der Market Maker eine Aktie kauft — also der Preis, den man als Verkäufer erhält.
- Ask (Briefkurs): Der Preis, zu dem der Market Maker eine Aktie verkauft — also der Preis, den man als Käufer zahlt.
Die Differenz zwischen Bid und Ask heißt Spread und ist die Vergütung des Market Makers. Bei liquiden Werten wie DAX-Aktien ist der Spread sehr gering; bei kleinen Unternehmen kann er mehrere Prozent betragen.
Ordertypen: Market, Limit und Stop-Loss
- Market Order: Sofortige Ausführung zum aktuell besten verfügbaren Preis. Schnell, aber kein Preisschutz.
- Limit Order: Man legt einen Maximalpreis beim Kauf oder einen Minimalpreis beim Verkauf fest. Die Order wird nur ausgeführt, wenn der Marktpreis das Limit erreicht.
- Stop-Loss Order: Wird aktiv, sobald der Kurs ein bestimmtes Niveau unterschreitet. Schützt vor größeren Verlusten durch automatischen Verkauf der Position.
Handelszeiten und Börsenindizes
Xetra ist von 9:00 bis 17:30 Uhr geöffnet, NYSE und NASDAQ von 15:30 bis 22:00 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Ein Index ist ein Korb aus ausgewählten Aktien, der die Entwicklung eines Marktsegments abbildet. Der DAX umfasst die 40 größten börsennotierten deutschen Unternehmen. Der S&P 500 bildet die 500 größten US-amerikanischen Unternehmen ab.
Warum steigen und fallen Aktienkurse?
Aktienkurse werden durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Wollen mehr Menschen eine Aktie kaufen als verkaufen, steigt der Preis. Dahinter stecken viele Faktoren:
- Unternehmensgewinne: Steigen die Gewinne oder werden höhere Gewinne erwartet, wird die Aktie attraktiver.
- Makroökonomie: Zinssätze, Inflation und Konjunkturaussichten beeinflussen, wie viel Investoren für zukünftige Gewinne zahlen wollen.
- Sentiment und Erwartungen: Märkte handeln Erwartungen, nicht die Vergangenheit. Gute Nachrichten heben Kurse, schlechte drücken sie.
- Geopolitik: Kriege, Handelskonflikte oder politische Unsicherheit erhöhen die Risikoaversion bei Investoren.
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